Rutschgefahr im Winter: So reduzierst du Stürze auf Baustelle & Hof (mit Checkliste)
Einleitung
Kurz und knapp: Rutschgefahr im Winter entsteht meist durch Nässe, Eis und das falsche Sohlenprofil. Mit der richtigen Wahl der Arbeitsschuhe (EN ISO 20345, S3/SRC), klaren Laufwegen und einfachen organisatorischen Maßnahmen reduzierst du Stürze sofort.
Persönliche Geschichte – Als das Eis mir eine Lektion erteilte
Es war ein Januarmorgen, kurz vor acht auf einer Rohbaustelle in Dortmund. Am Rand lag dünnes Eis vom Vortag, ich wollte schnell zur Materialtür – und rutschte weg. Zum Glück blieb es bei einer Prellung, aber es hätte schlimmer kommen können. Nach dem Schreck habe ich den Morgen genutzt: Laufwege markiert, Streugut bereitgestellt und Kollegen auf passende Schuhe hingewiesen. Diese eine falsche Entscheidung hat mir gezeigt: Arbeitsschutz beginnt bei der Sohle und bei einfachen Routinen.
Warum Winterstürze so oft auftreten
- Temperaturschwankungen verwandeln nasse Flächen schnell in Eis.
- Feuchtes Schmutzgemisch in Profilrillen reduziert die Reibung.
- Falsche Sohlenmaterialien verhärten bei Kälte und verlieren Grip.
Hauptteil – Detaillierter Blick
Wie Sohlen und Normen wirklich helfen
EN ISO 20345 legt die grundlegenden Sicherheitsanforderungen für Sicherheitsschuhe fest. Für winterliche Bedingungen sind vor allem S3 (Durchtrittschutz, profilierte Laufsohle) und die Rutschhemmungskennzeichnung SRC (SRA + SRB) relevant. SRC bedeutet, dass die Sohle sowohl auf nasser Keramik (SRA) als auch auf ölverschmiertem Stahl (SRB) geprüft wurde.
Sohlentypen, die in kalten Monaten funktionieren:
- Gummisohlen mit tiefem, selbstreinigendem Profil – behalten Grip auch bei Matsch.
- Mehrkomponenten-Sohlen (z. B. PU/TPU + Gummi) – gute Dämpfung und bleiben bei Kälte flexibler.
- Spezialmischungen mit weicherer Gummimischung für niedrige Temperaturen.
Kein Allheilmittel: Achte auf die SRC-Kennzeichnung und auf Herstellerangaben zur Wintertauglichkeit.
Laufwege und Baustellenorganisation
- Feste, geräumte Laufwege anlegen und mit Winterstreu (Salz/Grit) versehen.
- Rutschfeste Matten an Eingängen, provisorische Rampen mit gutem Auftrittsprofil.
- Handläufe an Treppen und Rampen sicherstellen.
- Verantwortlichkeiten klären: Wer fegt, streut und morgens markiert?
Einfache Maßnahmen für Teams
- Tägliche Kurzunterweisung: 2 Minuten, Hinweis auf aktuelle Gefahrenstellen.
- Streugut-Stationen an zentralen Punkten (Eimer mit Splitt).
- Ersatzpaar Arbeitsschuhe (S3/SRC) für das Team bereithalten.
- Sichtbare Markierung von Gefahrenzonen und Sperrungen.
Vorteile & Anwendungsfälle
- Vorteil 1: Weniger Ausfälle durch Stürze — spart Kosten und Nerven.
- Vorteil 2: Mehr Sicherheit und Beweglichkeit bei Montagearbeiten auf nassen Flächen.
- Einsatzprofile: Bauhandwerk, Lager, Abfallwirtschaft, Hofdienste.
Tipps & Best Practices
- Passform prüfen: Schuhe dürfen nicht zu locker sitzen — seitliche Stabilität reduziert Umknicken.
- Profilpflege: Schmutz aus den Rillen entfernen, sonst wirkt auch gutes Profil glatt. Siehe unsere Hinweise zur Textilpflege für Pflegehinweise zu Arbeitsschuhen und Bekleidung.
- Layering & Atmungsaktivität: Atmungsaktive Socken + S3-Schuhe mit Feuchtigkeitsregulierung verhindern innenrutschende Feuchtigkeit. Eine warme Softshelljacke mit guter Atmungsaktivität erhält den Bewegungsspielraum.
Technische Empfehlungen
- Prüfe die Sohle auf Mindestanforderungen: SRC, Profiltiefe, kein sprödes Material bei Kälte.
- Bei Öl- oder Fettgefährdung: Achte auf SRB-Tests (Teil von SRC).
- Pflegehinweise: Regelmäßig reinigen (kein aggressives Lösungsmittel), Imprägnierung erneuern, frostfrei lagern. Mehr zum Materialvergleich findest du in unserem Material-Vergleich.
Interne Verlinkung – passende Kategorien
- Arbeitsschuhe (Produktkategorie): https://www.genxtreme.de/arbeitsschuhe
- Ratgeber Textilpflege: https://www.genxtreme.de/ratgeber/textilpflege
FAQ
FAQ: Welche Normen und Kennzeichnungen sind wichtig bei Sicherheitsschuhen für den Winter?
Für winterliche Bedingungen sind zwei Kennzeichen zentral: die Norm EN ISO 20345 und die Rutschhemmungskennzeichnungen SRA/SRB/SRC. EN ISO 20345 beschreibt Schutzfunktionen wie Zehenschutz und Durchtrittschutz (bei S3) sowie Anforderungen an die Sohle. SRA testet Rutschhemmung auf Keramik mit Seifenlösung, SRB auf Stahl mit Glycerin; zusammen ergeben sie SRC. Bei nassen, vereisten oder ölverschmutzten Böden ist SRC die verlässlichste Angabe, weil beide Tests abgedeckt sind. Achte außerdem auf Herstellerhinweise zur Wintertauglichkeit der Gummimischung — manche werden bei Kälte hart und verlieren Grip.
FAQ: Welche Sohlen sind für vereiste und nasse Oberflächen am besten geeignet?
Ideal sind profilierte Gummisohlen mit selbstreinigender Lauffläche und einer weicheren Gummimischung für niedrige Temperaturen. S3-Schuhe mit SRC-Sohle sind eine sichere Wahl für Baustellen und Höfe. Mehrlagige Sohlen (z. B. PU/TPU + Gummi) bieten Komfort und Flexibilität. Praktische Zusatzlösung: Abnehmbare Eis-Spikes oder Sohlen mit grobem Profil für kurze Wege — sie sind jedoch keine Dauerlösung, nutzen sich schnell ab und sind nicht immer EN-geprüft. Achte auf Profiltiefe, saubere Rillen und regelmäßige Kontrollen.
FAQ: Wie oft sollte ich Arbeitsschuhe prüfen und wann ersetzen?
Kontrolle: wöchentliches Sichtprüfen (Profil, Risse, Sohlenabrieb, Passform). Bei starker Nutzung oder aggressiver Umgebung: alle 3–6 Monate intensiver Check. Ersetzen: sobald die Profilrillen stark abgeflacht sind, das Fußbett durchgetreten ist oder die Sohle Risse zeigt. Es gibt keine gesetzliche Frist, aber aus Unfallverhütungsperspektive lohnt sich ein Austausch eher früher — ein defekter Schuh kann im Schadensfall relevant werden.
Glossar
Glossar
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EN ISO 20345: Europäische Norm für Sicherheitsschuhe. Beschreibt Anforderungen wie Zehenschutz und Schutzklassen (z. B. S1P, S3) und ist die Basis für die Auswahl von PSA.
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SRC: Kennzeichnung für geprüfte Rutschhemmung (SRA + SRB). SRC bedeutet, dass die Sohle auf nassen Keramikflächen und auf ölverschmiertem Stahl geprüft wurde.
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S3: Sicherheitsklasse mit Zehenschutz, Durchtrittschutz sowie profilierter, öl- und benzinresistenter Sohle. Für viele Bau- und Hofarbeiten die erste Wahl in der kalten Jahreszeit.
TL;DR – Kernaussagen
- Rutschunfälle entstehen durch Nässe + Eis + falsche Sohle.
- S3 + SRC sind die wichtigsten Kennzeichen für wintertaugliche Arbeitsschuhe.
- Tägliche Laufwegskontrolle, Streugut und Handläufe reduzieren Stürze sofort.
Checkliste – Sofortmaßnahmen auf einen Blick
- Morgenroutine: Laufwege kontrollieren und vereiste Stellen kennzeichnen.
- Streugut/Eimer an zentralen Punkten bereitstellen.
- Team kurz briefen: gefährliche Stellen & Schuhstandards.
- Reserve-Schuhe (S3/SRC) bereithalten.
- Wöchentliche Schuhprüfung (Profil, Risse, Sohlendicke).
Deine Vorteile
- Größen- und Materialberatung anfordern: Wir helfen bei der Wahl der richtigen Sicherheitsklasse und Passform.
- Direkt zur Kategorie Arbeitsschuhe: Vergleiche S3/SRC-Modelle und Best-Practice-Artikel unter https://www.genxtreme.de/arbeitsschuhe.
Autor & E‑E‑A‑T
Autor: Kwame Mensah — Technischer Berater & Markenbotschafter Workwear/PSA
Geprüft/aktualisiert am: 2026-01-15
Quellen
- „Rutschunfälle vermeiden“ – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): https://www.dguv.de
- BG BAU – Merkblätter zu Winterbetrieb und Stolper-/Rutschgefahr: https://www.bgbau.de
- ISO/EN ISO 20345 Übersicht – ISO: https://www.iso.org/standard/71437.html
