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UVEX Schutzbrille richtig auswählen: EN 166, Tönung und Beschichtungen im Überblick

Die richtige UVEX Schutzbrille hängt von drei Faktoren ab: Gefährdungsart am Arbeitsplatz, optischer Tönung und Beschichtung der Scheibe. Die europäische Norm EN 166 legt fest, welche Schutzbrille für welchen Einsatz geeignet ist — wer dieses Kennzeichnungssystem versteht, trifft die Kaufentscheidung auf einer objektiven Grundlage.


Was bedeutet die EN 166 für Schutzbrillen?

EN 166 ist die grundlegende europäische Norm für Augen- und Gesichtsschutz. Sie definiert die Anforderungen an Gestell, Scheibe und Kennzeichnung — und bildet damit die Basis für alle anderen Schutzbrillen-Normen wie EN 167 (optische Prüfmethoden), EN 168 (nichtoptische Prüfmethoden) oder EN 170 (UV-Schutz). Jede Schutzbrille, die in der EU in Verkehr gebracht wird, muss diese Anforderungen erfüllen und das entsprechende CE-Kennzeichen tragen.

Was steht auf dem Sichtfenster?

Die Scheibe einer normkonformen Schutzbrille trägt eine Ziffernfolge, die in festgelegter Reihenfolge die Eigenschaften codiert. Ein typisches Beispiel: 2C-1.2 1 3 4 CE.

Position Bedeutung Beispielwert
Scheibenkennung Hersteller-Code (optional) —
Schutzstufe (Tönung) 0 = farblos, 1–7 = getönt nach Transmissionsgrad 2C
Optische Klasse 1 (höchste Präzision) bis 3 1.2
Schutz vor mechanischen Risiken Codezahl 1–5 1
Zusatzmarkierungen z. B. 3 = Flüssigkeitstropfen, 4 = Staub 3 4

Optische Klasse 1 bedeutet: Die Scheibe verursacht keine messbare Bildverzerrung — unverzichtbar für Dauerträger und Arbeiten mit hoher Sehgenauigkeit (Montage, Präzisionsfertigung). Klasse 2 ist für kurzzeitige Einsätze vertretbar, Klasse 3 gilt als nicht für den längeren Gebrauch geeignet.


Welche Tönung für welchen Einsatz?

Die Tönung einer Schutzbrille ist keine ästhetische Entscheidung, sondern eine sicherheitsrelevante. UVEX kennzeichnet seine Scheiben nach dem EN 166/EN 170/EN 172-System.

Farblose Scheiben (Schutzstufe 0)

Farblose Scheiben sind der Standard im Innenbereich. Sie lassen nahezu das gesamte sichtbare Licht durch (Transmissionsgrad > 89 %) und verzerren die Farbwahrnehmung nicht. Geeignet für: Chemikalienschutz, Spanflug, Staub, Montagearbeiten in Hallen.

Getönte Scheiben für Außeneinsatz (Schutzstufe 3–4)

Für Outdoor-Einsätze unter natürlichem Tageslicht — Bau, Tiefbau, Gleisbau — sind getönte Scheiben der Schutzstufe 3 oder 4 sinnvoll. Sie reduzieren die Lichtdurchlässigkeit auf 8–29 % (Stufe 3) bzw. 3–8 % (Stufe 4). Wichtig: Getönte Schutzbrillen dürfen in schlecht beleuchteten Bereichen oder Tunnels grundsätzlich nicht getragen werden, da die Kontrastwahrnehmung zu stark sinkt.

Gelb- und Orangetönung für schlechte Lichtverhältnisse

Gelbe oder orangefarbene Scheiben filtern kurzwelliges blaues Streulicht und erhöhen dadurch den Kontrast bei Nebel, Dämmerung oder in schlecht beleuchteten Hallen. Sie bieten keinen Sonnenschutz, verbessern aber die Erkennungsschärfe — ein Vorteil z. B. im Lager oder bei Nachtschichten.

Schweißerschutzscheiben (EN 169)

Für Schweißarbeiten gelten eigene Schutzstufen nach EN 169. Die notwendige Schutzstufe richtet sich nach dem Schweißverfahren und der Stromstärke. Diese Scheiben sind nicht mit üblichen Tönungsstufen vergleichbar.


Beschichtungen: Was wirklich einen Unterschied macht

Die Scheibenbeschichtung bestimmt, wie lange eine Schutzbrille unter Alltagsbedingungen brauchbar bleibt. UVEX entwickelt und vertreibt eigene Beschichtungstechnologien, die auf der Scheibe markiert sind.

uvex supravision: die Beschichtungsfamilien von UVEX

UVEX unterscheidet mehrere Supravision-Varianten, die sich in ihrer Kombination aus Kratzfestigkeit und Antibeschlag-Funktion unterscheiden:

  • uvex supravision excellence — Kombination aus Hartbeschichtung außen und Antibeschlag-Beschichtung innen; nach Herstellerangabe eine der dauerhaftesten Varianten im UVEX-Portfolio.
  • uvex supravision extreme — beidseitig kratzfest, für besonders staubhaltige oder schleifmittelbelastete Umgebungen geeignet.
  • uvex supravision sapphire — Antibeschlag innen, robuste Außenbeschichtung, Zwischenklasse zwischen excellence und extreme.

Antibeschlag-Beschichtungen

Beschlagen Schutzbrillen beim Wechsel zwischen Temperaturen, z. B. beim Arbeiten in Kühlräumen, Gießereien oder bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten, ist die Sicht sofort eingeschränkt. Eine zertifizierte Antibeschlag-Beschichtung (nach EN 168 geprüft) verlängert die Beschlagfreiheit unter definierten Bedingungen — sie verhindert das Beschlagen nicht dauerhaft, sondern verzögert es. Wie lange sie wirkt, hängt von der Reinigungsmethode ab: Lösungsmittel und trockenes Reiben beschleunigen den Abbau der Beschichtung erheblich.

Kratzfestigkeit

Kratzer auf der Scheibe beeinträchtigen die optische Klasse und damit die Sehqualität. Kratzfeste Hartbeschichtungen verlängern die Einsatzdauer der Brille, ersetzen aber nicht den regelmäßigen Austausch. Wer in stark staubhaltiger oder schleifmittelbelasteter Umgebung arbeitet, sollte auf beidseitige Hartbeschichtungen achten.

UV-Schutz

Farblose UVEX-Schutzbrillen bieten nach EN 170 UV-Schutz bis 400 nm — das bedeutet, sie blocken ultraviolette Strahlung vollständig, obwohl die Scheibe optisch klar erscheint. Das ist kein Komfort-Merkmal, sondern für Außenarbeiten relevant.


Passform und Tragekomfort: oft unterschätzt

Eine Schutzbrille, die schlecht sitzt, wird im Zweifel abgenommen — und verfehlt damit ihren Zweck. UVEX bietet Brillengestelle in verschiedenen Varianten: als Bügel-, Korbbrille oder Überbrille (für Brillenträger). Für Brillenträger gibt es zudem OTG-Modelle (Over-The-Glasses), die sich über die Korrektionsbrille setzen lassen.

Für Arbeiten in staubreichen Bereichen oder beim Umgang mit Chemikalienspritzern sind Korbbrillen mit direkter oder indirekter Belüftung die sichere Wahl: Direkte Belüftung ermöglicht Luftaustausch, schützt aber nicht vor Spritzern. Indirekte Belüftung schützt vor Spritzern, begünstigt jedoch eher das Beschlagen der Scheibe.


Vergleich: Welche Schutzbrille für welchen Einsatz?

Einsatz Tönung Beschichtung Normbezug
Montage/Halle, farblos Schutzstufe 0 (klar) Antibeschlag + Kratzfest EN 166, EN 170
Außenarbeiten Sommer Schutzstufe 3–4 (grau/braun) UV 400, Kratzfest EN 166, EN 172
Schlechte Lichtverhältnisse Gelb/Orange Antibeschlag, Kratzfest EN 166
Kühlraum/Gießerei Schutzstufe 0 Antibeschlag (Priorität) EN 166, EN 168
Schweißen (MIG/MAG) Schweißerschutz EN 169 Spezialbeschichtung EN 169
Chemikalienschutz Schutzstufe 0 oder 3 Indirekte Belüftung EN 166, EN 170

TL;DR

  • Die EN 166 kennzeichnet Schutzbrilleneigenschaften direkt auf der Scheibe — optische Klasse 1 für Dauerträger, Klasse 2 nur für kurzzeitige Nutzung.
  • Die Tönung (Schutzstufe 0–4) richtet sich nach den Lichtverhältnissen am Einsatzort, nicht nach persönlichem Geschmack.
  • UVEX-Beschichtungen der Supravision-Familie unterscheiden sich in Antibeschlag- und Kratzschutzleistung — die Auswahl richtet sich nach der tatsächlichen Arbeitsumgebung.
  • Antibeschlag-Beschichtungen nach EN 168 verzögern das Beschlagen, ersetzen aber keine Pflege und werden durch agressive Reinigung vorzeitig abgebaut.
  • Korrektionsbrillenträger wählen OTG-Modelle (Over-The-Glasses) oder wenden sich an einen Augenoptiker für Korrektionsschutzbrillengläser.

Nächster Schritt

Wer eine UVEX Schutzbrille für einen konkreten Einsatzbereich sucht, findet das gesamte Sortiment in der Kategorie UVEX Schutzbrillen auf genxtreme.de — gefiltert nach Tönung, Beschichtung und Normmerkmal. Für den Bereich Chemikalienschutz und Schweißerschutz lohnt ein Blick in die Übersicht Augen- und Gesichtsschutz bei genxtreme.de.


Glossar

EN 166

EN 166 ist die europäische Basisnorm für Augen- und Gesichtsschutz. Sie legt Anforderungen an Gestell, Scheibe, Kennzeichnung und mechanische Festigkeit fest. Alle in der EU verkauften Schutzbrillen müssen ihr entsprechen und das CE-Zeichen tragen.

Optische Klasse

Die optische Klasse beschreibt die Abbildungsqualität der Schutzbrillenscheibe. Klasse 1 steht für keine messbare Verzerrung und ist für Dauerträger vorgeschrieben. Klasse 2 ist für kurzzeitige Nutzung zulässig, Klasse 3 gilt als eingeschränkt und sollte im Arbeitsalltag vermieden werden.

Antibeschlag-Beschichtung (nach EN 168)

Eine Antibeschlag-Beschichtung verzögert das Beschlagen der Scheibe durch Wasserdampf, indem sie Wasser gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt statt Tröpfchen zu bilden. Ihre Wirksamkeit wird nach EN 168 geprüft und ist von der Reinigungsmethode abhängig — Lösungsmittel und trockenes Reiben reduzieren ihre Lebensdauer erheblich.


FAQ

Welche EN-Norm muss eine Schutzbrille mindestens erfüllen?

Jede Schutzbrille, die als PSA (persönliche Schutzausrüstung) eingesetzt wird, muss EN 166 erfüllen und das CE-Kennzeichen tragen. Je nach Einsatz kommen weitere Normen hinzu: EN 170 für UV-Schutz, EN 172 für Sonnenschutz im Außenbereich, EN 169 für Schweißerschutz. Die Kennzeichnung auf der Scheibe macht erkennbar, welche Normen die Brille erfüllt.

Darf ich eine getönte Schutzbrille in der Halle tragen?

Getönte Scheiben der Schutzstufe 3 oder höher sind für Innenräume mit normaler Beleuchtung nicht geeignet, da die reduzierte Lichtdurchlässigkeit die Kontrastwahrnehmung gefährlich einschränkt. Für Hallenarbeit sind farblose Scheiben (Schutzstufe 0) vorgesehen. Gelb- oder orangegetönte Scheiben sind eine Ausnahme: Sie erhöhen den Kontrast bei schlechter Beleuchtung, bieten aber keinen Sonnen- oder Blendschutz.

Wie lange hält eine Antibeschlag-Beschichtung?

Die Haltbarkeit hängt stark von der Pflege ab. Wer die Schutzbrille nur mit klarem Wasser und einem weichen Tuch reinigt, verlängert die Wirksamkeit deutlich. Lösungsmittelhaltige Reiniger, alkoholhaltige Tücher und trockenes Reiben bauen die Beschichtung vorzeitig ab. Ein pauschaler Zeitwert lässt sich nicht nennen — sichtbare Schlieren oder anhaftendes Beschlagen sind das Zeichen für einen Scheibenwechsel.

Welche Schutzbrille eignet sich für Brillenträger?

UVEX bietet OTG-Modelle (Over-The-Glasses), die sich über handelsübliche Korrektionsbrillen setzen lassen. Wer Präzisionsarbeit über längere Zeiträume ausführt, sollte mit einem Augenoptiker klären, ob Korrektionsschutzbrillengläser nach EN 166 mit optischer Klasse 1 sinnvoller sind — die OTG-Lösung ist praktisch, kann aber bei langer Tragedauer durch das zusätzliche Gewicht als unbequem empfunden werden.

Was bedeutet „UV 2C-1.2" auf der Scheibe?

„UV" steht für UV-Schutz nach EN 170, „2C" bezeichnet die Tönung (hier: schwach getönte, ultraviolettabsorbierende Scheibe), „1.2" gibt die optische Klasse 1 mit Scheibencode 2 an. Zusammen bedeutet das: Die Scheibe schützt vollständig vor UV-Strahlung bis 400 nm, ist leicht getönt und hat die höchste optische Qualitätsklasse. Solche Scheiben finden sich häufig bei Außenarbeitsbrillen im Übergangsbereich.


GenXtreme Redaktion — Aktualisiert am: 10. September 2026

Quellen:

  • DIN EN 166:2002 + EN ISO 16321 (Nachfolgenorm in Einführung) — beuth.de
  • DGUV Information 212-311: Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz — dguv.de
  • UVEX Safety: Produktdatenblätter Supravision-Beschichtungen — uvex-safety.com