Zimmerer
Was macht ein Zimmerer im konstruktiven Holzbau? Ein Zimmerer plant, fertigt und montiert tragende Holzkonstruktionen wie Dachstühle, Fachwerke und Holzhäuser. Jonas Weber verbindet traditionellen Abbund mit ökologischem Bauen – er arbeitet mit nachhaltigen Hölzern, natürlichen Dämmstoffen und leimfreien Holzverbindungen, um Bauwerke zu schaffen, die Generationen überdauern.
Wer ist Jonas Weber?
Jonas Weber, 36 Jahre, ist Zimmerer aus Leidenschaft. Aufgewachsen in einer ländlich geprägten Region mit starker Handwerkstradition, hat er das Zimmererhandwerk von Grund auf erlernt und sich auf den konstruktiven Holzbau spezialisiert.
Als stolzes Mitglied seiner Zunft trägt er die klassische schwarze Cord-Zunfthose und das weiße Staude-Hemd mit Überzeugung. Die Werte Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Kameradschaft sind für ihn unumstößlich – ob auf der Baustelle, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im Wirtshaus mit seinen Gesellen.
Sein Antrieb: Ökologischen Holzbau mit traditionellem Handwerk zu verbinden und Dachstühle zu errichten, die Generationen überdauern.
Empfehlungen aus dem Zimmerer-Alltag
Impressionen aus dem Zimmerer-Alltag
Welche Holzarten eignen sich für den Holzbau?
Jede Holzart hat ihre Stärken. Die Wahl des richtigen Holzes entscheidet über Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit einer Konstruktion. Hier ein Überblick der wichtigsten Bauhölzer.
| Holzart | Dauerhaftigkeit | Tragfähigkeit | Einsatzgebiet | Nachhaltigkeit | Preisniveau |
|---|---|---|---|---|---|
| Fichte | Klasse 4 (gering) | C24 Standard | Dachstühle, Sparren, Pfetten, Rahmenbau | Regional, schnellwachsend | Günstig |
| Tanne | Klasse 4 (gering) | C24 Standard | Innenausbau, Verschalung, Dachlatten | Regional, harzarm | Günstig |
| Lärche | Klasse 3 (mittel) | C30 erhöht | Fassaden, Terrassen, Schwellen, Außenbereich | Regional, langlebig | Mittel |
| Douglasie | Klasse 3 (mittel) | C30 erhöht | Tragwerke, Hallenbau, Carports, Außenbereich | Teilweise regional | Mittel–Hoch |
| Eiche | Klasse 2 (hoch) | C30+ hoch | Fachwerk, Schwellen, Denkmalschutz, Brücken | Regional, langsam wachsend | Hoch |
| Kiefer | Klasse 3–4 | C24 Standard | Konstruktionsholz, Pfosten, Dachlatten | Regional, vielseitig | Günstig |
Fichte / Tanne
Vorteile- Günstigstes Bauholz
- Hervorragend verfügbar
- Leicht zu bearbeiten
- Gutes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis
- Geringe natürliche Dauerhaftigkeit
- Nicht für Erdkontakt geeignet
- Braucht konstruktiven Holzschutz
Lärche / Douglasie
Vorteile- Höhere natürliche Dauerhaftigkeit
- Für Außenbereich geeignet
- Schöne Holzstruktur
- Erhöhte Tragfähigkeit (C30)
- Höhere Kosten
- Harz kann austreten (Lärche)
- Schwerer zu bearbeiten
Eiche
Vorteile- Höchste natürliche Dauerhaftigkeit
- Extrem hart und tragfähig
- Ideal für Fachwerk und Denkmal
- Altert wunderschön
- Hoher Preis
- Schwer (hohes Eigengewicht)
- Langsam nachwachsend
- Gerbsäure kann Metalle verfärben
Der Zimmerer-Kalender
12 Monate, 12 Praxis-Tipps: Was ein Zimmerer im Jahresverlauf beachten sollte – von der Holzlagerung im Winter bis zum Richtfest im Sommer.
Werkstatt-Zeit: Ideal für Abbundarbeiten in der Werkstatt. Holz bei kalten Temperaturen hat eine geringe Restfeuchte – nutze die Zeit für präzise Vorfertigungen und Werkzeugpflege.
Holzeinkauf: Wintergeschlagenes Holz (Mondholz) gilt als besonders widerstandsfähig. Jetzt beim Sägewerk Bauholz für die Frühjahrs-Saison sichern und richtig einlagern.
Saisonstart: Baustellen-Vorbereitung beginnt. Dachlatten, Sparren und Balken auf Lager prüfen. Werkzeuge schärfen, Schutzausrüstung kontrollieren und erste Ausmessungen vornehmen.
Holzschutz: Vor der feuchten Jahreszeit konstruktiven Holzschutz prüfen. Dachüberstände, Tropfkanten und Belüftungsschlitze sichern den langfristigen Schutz vor Feuchtigkeit.
Dachstuhl-Saison: Optimale Bedingungen zum Aufschlagen. Trockene Tage für die Montage nutzen. Tipp: Beim Abbund auf die Holzfeuchte achten – unter 20% für tragende Bauteile.
Richtfest-Zeit: Wenn der Dachstuhl steht, wird traditionell der Richtkranz aufgehangen. Jonas' Tipp: Immer einen Richtspruch vorbereiten – das gehört zum Zunftbrauchtum.
Hitzeschutz: Bei Temperaturen über 30 Grad: früh morgens beginnen, ausreichend trinken. Holz trocknet schnell – Schnittstellen zeitnah behandeln, um Rissbildung zu vermeiden.
Dämmung einbauen: Trockene Sommermonate eignen sich perfekt für den Einbau natürlicher Dämmstoffe. Holzfaser, Hanf oder Zellulose verbessern Wohnklima und Energiebilanz nachhaltig.
Fachwerk prüfen: Vor dem Herbst Fachwerk und Holzfassaden auf Schäden kontrollieren. Risse, Pilzbefall oder Insektenlöcher frühzeitig erkennen und fachgerecht sanieren.
Sturmsicherung: Dachkonstruktionen auf Windsog-Sicherung prüfen. Sturmklammern und Sparrenpfettenanker kontrollieren – besonders bei älteren Gebäuden entscheidend.
Weiterbildung: Die ruhigere Saison nutzen: Kurse für CNC-Abbund, Statik-Software oder historische Holzverbindungen belegen. Wer stillsteht, geht zurück.
Planung & Holzauswahl: Projekte für das neue Jahr planen. Beim Sägewerk Stammholz für die kommende Saison auswählen. Mondholz-Einschlag im abnehmenden Mond gilt traditionell als ideal für Bauholz.
Was Sie über das Zimmererhandwerk wissen sollten
Ein Zimmerer im konstruktiven Holzbau plant, fertigt und montiert tragende Holzkonstruktionen. Dazu gehören Dachstühle, Fachwerke, Holzrahmenbau und Hallenkonstruktionen. Der Zimmerer beherrscht sowohl traditionelle Handwerkstechniken wie Zapfen- und Schwalbenschwanzverbindungen als auch moderne CNC-Abbundtechnik.
Für Dachstühle werden hauptsächlich Fichte und Tanne verwendet – sie sind leicht, tragfähig und gut verfügbar. Für höher beanspruchte Bauteile kommt Lärche oder Douglasie zum Einsatz, da sie eine höhere natürliche Dauerhaftigkeit besitzen. Eichenholz wird vor allem in der Fachwerksanierung eingesetzt.
Ökologischer Holzbau setzt auf nachhaltige Materialien und Bauweisen: regionales Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung, natürliche Dämmstoffe wie Holzfaser, Hanf oder Zellulose, leimfreie Holzverbindungen und den Verzicht auf chemischen Holzschutz. Stattdessen wird auf konstruktiven Holzschutz durch Dachüberstände und Belüftung gesetzt.
Die Kosten für einen Dachstuhl hängen von Größe, Dachform, Holzart und Komplexität ab. Ein einfacher Satteldach-Dachstuhl für ein Einfamilienhaus kostet in der Regel zwischen 15.000 und 30.000 Euro inklusive Material und Montage. Walmdächer oder Sonderkonstruktionen liegen höher. Eine individuelle Berechnung empfiehlt sich immer.
Der Abbund ist die Vorfertigung aller Holzbauteile – also das Anreißen, Zusägen und Bearbeiten der Hölzer nach Plan. Das Aufschlagen bezeichnet die Montage auf der Baustelle, bei der die vorgefertigten Teile zusammengefügt und der Dachstuhl errichtet wird. Beide Schritte erfordern höchste Präzision.
Konstruktiver Holzschutz ist die beste Pflege: Dachüberstände schützen vor Regen, Belüftung verhindert Feuchtigkeitsstau. Holzfassaden können mit natürlichen Ölen oder Lasuren behandelt werden. Wichtig: Regelmäßig auf Risse, Verfärbungen oder Insektenlöcher prüfen und Schäden frühzeitig beheben.