Orthopädische Sicherheitsschuhe
Sicherheitsschuhe mit freigegebener orthopädischer Zurichtung schützen nicht nur vor akuten Arbeitsunfällen — sie beugen dauerhaften Fußschäden vor, die durch langes Stehen auf harten Böden entstehen. Welcher Schuh dafür infrage kommt, regelt die DGUV Regel 112-191: Der Schuh muss in der Baumusterprüfung ausdrücklich für orthopädische Zurichtungen freigegeben sein, und die Zurichtung selbst darf ausschließlich durch einen zertifizierten Orthopädieschuhmacher erfolgen. Das Sortiment auf genxtreme.de umfasst geprüfte Modelle von Elten, Haix, Lowa und Sixton — von der leichten Low-Cut-Variante bis zum wasserdichten S3-Modell für Außeneinsätze.
Orthopädische Zurichtung bei Sicherheitsschuhen: Anforderungen und Praxis
Wer täglich acht Stunden auf Beton, Estrich oder unebenem Gelände arbeitet, belastet Füße, Knie und Rücken erheblich. Ein Sicherheitsschuh, der parallel dazu orthopädisch zugerichtet werden kann, schließt diese Belastungslücke — vorausgesetzt, er erfüllt die Anforderungen der DGUV Regel 112-191. Die frühere Bezeichnung BGR 191 ist zurückgezogen und nicht mehr gültig; maßgeblich ist ausschließlich die aktuelle DGUV Regel 112-191.
Was die DGUV Regel 112-191 konkret vorschreibt
Die DGUV Regel 112-191 legt fest, unter welchen Bedingungen Sicherheitsschuhe orthopädisch zugerichtet werden dürfen. Drei Punkte sind dabei entscheidend:
Baumusterprüfung: Der Schuh muss vom Hersteller explizit für orthopädische Zurichtungen freigegeben sein. Diese Freigabe ist Teil der Baumusterprüfung und im Prüfdokument dokumentiert — ein Schuh ohne diese Freigabe darf nicht zugerichtet werden.
Zertifizierter Fachbetrieb: Die Zurichtung — also Erhöhungen, Abrollhilfen oder Bettungen — darf nur durch einen zertifizierten Orthopädieschuhmacher erfolgen. Eine handelsübliche Einlage, die man selbst einlegt, erfüllt diese Anforderung nicht.
Erhalt der Schutzfunktion: Nach jeder Zurichtung muss sichergestellt sein, dass die Schutzklasse nach EN ISO 20345:2022 — also S1, S1P, S2 oder S3 — weiterhin vollständig erfüllt ist. Die Zurichtung darf die zertifizierte Schutzfunktion nicht beeinträchtigen.
Betriebe in Deutschland sind nach der DGUV Regel 112-191 verpflichtet, ihren Beschäftigten geeignete Schuhe bereitzustellen, wenn eine ärztliche oder orthopädische Verordnung vorliegt. In Österreich gilt das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) in Verbindung mit der PSA-Verordnung (PSA-V), in der Schweiz die SUVA-Vorschriften gemäß der Verordnung über die Verhütung von Unfällen (VUV). Alle drei Länder setzen dabei die EU-PSA-Benutzer-Richtlinie 89/656/EWG um.
Schutzklassen nach EN ISO 20345:2022 — welche ist für wen sinnvoll?
Orthopädische Sicherheitsschuhe gibt es in verschiedenen Schutzklassen nach EN ISO 20345:2022, der aktuell gültigen europäischen Norm für Sicherheitsschuhe. Die Schutzklasse bestimmt, welche Gefahren der Schuh abwehren muss:
- S1 — Geschlossene Ferse, antistatische Eigenschaften, Energieabsorption im Fersenbereich. Für trockene Hallenbereiche ohne Nagelgefahr.
- S1P — S1-Eigenschaften plus Durchtrittsicherung. Für Bereiche, in denen spitze Gegenstände auf dem Boden liegen können.
- S2 — S1-Eigenschaften plus Wasserdurchtritt- und Wasseraufnahmewiderstand. Für feuchte Hallenbereiche.
- S3 — S2-Eigenschaften plus Durchtrittsicherung und Profilsohle. Für nasses, schlammiges oder unebenes Außengelände, Baustellen, Forst und Landwirtschaft.
Wer auf Baustellen oder im Außeneinsatz arbeitet, wählt in der Regel S3. Für trockene Industriehallen reicht S1 oder S1P häufig aus — die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs gibt die verbindliche Schutzklasse vor.
Für wen sind orthopädische Sicherheitsschuhe geeignet?
Orthopädische Sicherheitsschuhe sind nicht ausschließlich für Menschen mit diagnostizierten Fußfehlstellungen relevant. Sie kommen in mehreren Situationen infrage:
Langes Stehen oder Gehen auf harten Böden führt zu Überlastungssyndromen an Füßen, Kniegelenken und der Lendenwirbelsäule. Wer ärztlich oder orthopädisch verordnete Einlagen oder Zurichtungen tragen muss, benötigt einen Schuh, der laut Baumusterprüfung dafür freigegeben ist. Beschäftigte, die nach Verletzungen oder Operationen an Fuß oder Sprunggelenk stufenweise in den Arbeitsprozess zurückkehren, profitieren ebenfalls von einem zugerichteten Sicherheitsschuh.
Darüber hinaus sind Modelle mit ESD-Eigenschaft (ESD = Electrostatic Discharge, Schutz vor elektrostatischer Entladung) für Arbeitsplätze in der Elektronikindustrie oder an empfindlichen Bauteilen relevant — auch hier muss die orthopädische Zurichtung die ESD-Funktion erhalten.
Marken im Sortiment: Elten, Haix, Lowa, Sixton
Das Sortiment auf genxtreme.de führt Modelle von vier Marken, die orthopädisch zurichtbare Schuhe mit entsprechender Baumusterfreigabe anbieten.
Elten setzt bei mehreren Modellen auf die BIOMEX-Technologie — das ist eine Elten-eigene Dämpfungs- und Bewegungstechnologie, die die natürliche Fußbewegung beim Abrollen unterstützt und die Belastung auf Gelenke reduziert. BIOMEX gehört ausschließlich zu Elten und ist kein GenXtreme- oder FORSBERG-System.
Haix kombiniert bei der Black Eagle Safety- und der Airpower-Linie robuste Außenmaterialien mit durchdachten Fußbett-Konzepten, die eine Zurichtung ermöglichen.
Lowa ist bekannt für Wanderschuh-Expertise, die in Arbeitsschuhe übergeführt wird: breite Leistenformen, Gore-Tex-Membranen (Gore-Tex = wasserdichte, atmungsaktive Membran von W. L. Gore & Associates) und S3-Zertifizierung finden sich in den Renegade-Work- und LARROX-Work-Linien.
Sixton bietet mit dem Ortisei Mid S3 ein Modell mit OutDry®-Membran — einer direkt auf das Obermaterial laminierten Wasserschutzschicht ohne Innenmantel.
Lowa-Modelle
Das Sortiment umfasst folgende Lowa-Modelle:
- Lowa Renegade Work GTX Mid S3
- Lowa Renegade Work GTX Low S3
- Lowa LARROX Work GTX Mid S3
- Lowa LARROX Work GTX Low S3
Haix-Modelle
- Haix Black Eagle Safety 40.1 Low black/black
- Haix Black Eagle Safety 40.1 Mid
- Haix Black Eagle Safety 40 Mid black/black
- Haix Airpower XR3 Gore
Elten- und Sixton-Modelle
- Elten MADDOX S3 Black-Red Low ESD
- Elten Maddox GTX W black-red Mid ESD S3 CI
- Sixton Ortisei Mid S3 mit OutDry® Membrane
Welcher Schuh für welchen Einsatz — eine Orientierung
Nicht jeder Arbeitsbereich stellt dieselben Anforderungen an einen Sicherheitsschuh. Die folgende Übersicht erleichtert die Vorauswahl:
| Einsatzbereich | Empfohlene Schutzklasse | Relevante Eigenschaft |
|---|---|---|
| Trockene Industriehalle | S1 oder S1P | Antistatik, Energieabsorption |
| Elektronikindustrie / ESD-Bereich | S1P ESD | ESD-Funktion muss nach Zurichtung erhalten bleiben |
| Baustelle / Außengelände nass | S3 | Durchtrittsicherung, Profilsohle |
| Forst / Landwirtschaft | S3, ggf. mit Wasserschutz | Wasserdichte Membran (Gore-Tex, OutDry®) |
| Rehabilitation / Rückkehr nach OP | Je nach Betrieb | Breite Leistenform, Zurichtungsfreigabe |
Die verbindliche Anforderung an die Schutzklasse legt die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs fest — nicht das Modell selbst.
Größen im Sortiment
Das Sortiment orthopädischer Sicherheitsschuhe auf genxtreme.de reicht von EU 35 bis EU 50, wobei Zwischengrößen wie 36,5, 39,5, 41,5, 42,5, 43,5, 44,5 und 46,5 ebenfalls verfügbar sind. Wer aufgrund einer orthopädischen Zurichtung einen Schuh in einer abweichenden Weite oder Länge benötigt, sollte dies vorab mit dem zertifizierten Orthopädieschuhmacher abstimmen — manche Modelle bieten mehr Spielraum für Zurichtungen als andere.
FAQ
Was sind orthopädische Sicherheitsschuhe und worin unterscheiden sie sich von normalen Sicherheitsschuhen?
Orthopädische Sicherheitsschuhe sind Sicherheitsschuhe, die laut Baumusterprüfung vom Hersteller ausdrücklich für orthopädische Zurichtungen freigegeben sind. Der Unterschied zu einem Standard-Sicherheitsschuh liegt nicht im äußeren Erscheinungsbild, sondern in dieser dokumentierten Freigabe. Sie ermöglicht es einem zertifizierten Orthopädieschuhmacher, Erhöhungen, Abrollhilfen oder individuelle Bettungen vorzunehmen, ohne die zertifizierte Schutzfunktion nach EN ISO 20345:2022 zu gefährden. Ein normaler Sicherheitsschuh ohne diese Freigabe darf nicht zugerichtet werden.
Welche Vorschriften gelten für orthopädische Sicherheitsschuhe im Betrieb?
Orthopädische Sicherheitsschuhe unterliegen in Deutschland der DGUV Regel 112-191, die die frühere — und nicht mehr gültige — BGR 191 ersetzt hat. Die Regel schreibt vor, dass der Schuh eine Baumusterfreigabe für Zurichtungen besitzen muss und die Zurichtung durch einen zertifizierten Fachbetrieb erfolgen muss. In Österreich gilt das ASchG in Verbindung mit der PSA-Verordnung, in der Schweiz die VUV der SUVA. Arbeitgeber sind verpflichtet, geeignete Schuhe bereitzustellen, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt.
Reicht eine handelsübliche Einlegesohle aus, um einen Sicherheitsschuh orthopädisch anzupassen?
Orthopädische Sicherheitsschuhe erfordern eine fachgerechte Zurichtung — eine einfache Einlegesohle aus dem Fachhandel erfüllt die Anforderungen der DGUV Regel 112-191 nicht. Entscheidend ist, dass ein zertifizierter Orthopädieschuhmacher die Zurichtung vornimmt und dabei sicherstellt, dass die Schutzklasse des Schuhs — S1, S1P, S2 oder S3 nach EN ISO 20345:2022 — vollständig erhalten bleibt. Wer eine Schuheinlage selbst einlegt, handelt nicht im Sinne dieser Regel und trägt das Risiko, dass der Schuh seine zertifizierte Schutzfunktion verliert.
Welche Schutzklasse brauche ich für meinen Arbeitsbereich?
Orthopädische Sicherheitsschuhe sind in den Schutzklassen S1, S1P, S2 und S3 nach EN ISO 20345:2022 erhältlich. Welche Klasse erforderlich ist, legt die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs fest. S1 und S1P eignen sich für trockene Hallenbereiche; S3 ist für Baustellen, feuchtes Außengelände und den Forst ausgelegt, da er Durchtrittsicherung und Profilsohle vereint. Für ESD-Arbeitsbereiche in der Elektronikindustrie muss die ESD-Funktion nach einer Zurichtung nachweislich erhalten bleiben.
Welche Marken führt genxtreme.de im Bereich orthopädische Sicherheitsschuhe?
Orthopädische Sicherheitsschuhe bei genxtreme.de stammen von Elten, Haix, Lowa und Sixton. Elten setzt bei mehreren Modellen auf die BIOMEX-Technologie — ein Elten-eigenes Dämpfungs- und Bewegungssystem. Haix bietet robuste Modelle der Black Eagle Safety- und Airpower-Linien. Lowa bringt Outdoor-Expertise mit Gore-Tex-Membran und breiten Leistenformen in die Arbeitsschuhwelt. Sixton ergänzt das Sortiment mit dem Ortisei Mid S3 und OutDry®-Membrantechnologie. Alle Marken haben Modelle, die eine Baumusterfreigabe für orthopädische Zurichtungen besitzen können — die konkrete Freigabe ist im Einzelfall zu prüfen.
Sind Gore-Tex-Sicherheitsschuhe auch als orthopädische Variante erhältlich?
Orthopädische Sicherheitsschuhe mit Gore-Tex-Membran sind im Sortiment vertreten. Gore-Tex ist eine wasserdichte und gleichzeitig atmungsaktive Membrantechnologie von W. L. Gore & Associates, die verhindert, dass Wasser von außen eindringt, während Feuchtigkeit nach innen abgegeben werden kann. Lowa führt mit dem Renegade Work GTX und dem LARROX Work GTX entsprechende S3-Modelle, die für Außeneinsätze auf nassem oder unebenem Untergrund geeignet sind. Ob ein konkretes Modell für orthopädische Zurichtungen freigegeben ist, gibt der Hersteller in der Baumusterprüfung an.
Was ist der Unterschied zwischen einem Arbeitsschuh und einem Sicherheitsschuh mit orthopädischer Zurichtung?
Orthopädische Sicherheitsschuhe vereinen zwei Funktionen: den zertifizierten Schutz nach EN ISO 20345:2022 — also Zehenschutzkappe, Durchtrittsicherung und weitere Merkmale je nach Klasse — mit der Möglichkeit einer individuellen orthopädischen Anpassung. Ein reiner Arbeitsschuh ohne Zertifizierung bietet keinen normierten Schutz und darf in vielen Arbeitsbereichen nicht als PSA eingesetzt werden. Wer also sowohl Schutzpflicht als auch orthopädischen Bedarf hat, benötigt zwingend einen freigegebenen Sicherheitsschuh — und keinen handelsüblichen Komfortschuh mit Sicherheitsoptik.
Verfasst von Michael Korinek, Sales Management — Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026




































